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Internet im Wohnmobil

Das WLAN am Campingplatz reicht selten. Ein eigener Router mit der richtigen Karte schon, und im Winter kostet er nichts.

4 Minuten Lesezeit, Stand

Das WLAN auf dem Campingplatz kennt jeder: am Empfang gut, am Stellplatz hinten links ein Glücksspiel, abends überlastet. Wer im Wohnmobil arbeiten, streamen oder einfach zuverlässig online sein will, nimmt sein eigenes Netz mit. Dafür brauchst du drei Dinge: einen Router, eine passende Karte und, wenn es abgelegen wird, eine Antenne.

Der Router

Ein mobiler WLAN-Router mit Akku reicht für das Wochenende. Für längere Touren ist ein Router mit Netzteil besser, weil er mehr Geräte verkraftet und stärkere Antennen hat. Läuft er an 230 Volt, hängt er am Wechselrichter oder am Landstrom. Sparsamer sind Router, die direkt an 12 Volt laufen, manche sind für den Einbau in Fahrzeugen gebaut.

Achte auf Buchsen für eine Außenantenne. Im Fahrzeug aus Blech und Glasfaser ist der Empfang innen deutlich schlechter als draußen, und ohne Buchsen bleibt nur der Platz am Fenster.

Die Antenne

Eine Dachantenne für LTE und 5G holt mehr aus einem schwachen Signal als jeder Router im Innenraum. Für Wohnmobile gibt es Rundstrahler, die in jede Richtung empfangen. Das passt, weil sich der Standort ständig ändert und niemand jeden Abend eine Richtantenne ausrichten will.

Halte das Kabel kurz. Jeder Meter kostet Signal. Wenn die Antenne mehr als ein paar Meter vom Router entfernt sitzt, bring den Router näher heran und führ das WLAN oder ein LAN-Kabel in den Wohnraum. Mehr zu Antennen und Signalwerten steht im Ratgeber Router-Standort und Außenantenne.

Der Tarif

Hier liegt der größte Spareffekt. Ein Wohnmobil fährt im Sommer, im Winter steht es. Ein Vertrag mit 24 Monaten zahlt die Wintermonate mit.

Prepaid passt zur Saison: Du buchst im April ein Paket, im Oktober lässt du es auslaufen. Im Vergleich stehen 42 Prepaid-Tarife. Monatlich kündbare Tarife gehen auch, du kündigst sie zum Herbst und schließt im Frühjahr neu ab. Davon gibt es 38 im Vergleich. Achte dann auf den Anschlusspreis, der bei jedem Neuabschluss wieder fällig wird.

Das Volumen hängt an dir. Wer nur Wetter, Navigation und Messenger braucht, kommt mit 10 bis 20 GB im Monat aus. Wer abends streamt oder unterwegs arbeitet, landet schnell bei 50 GB oder mehr. Der GB-Rechner hilft beim Schätzen.

Das Netz

Auf Stellplätzen in der Natur entscheidet die Abdeckung, nicht der Preis. Das Telekom-Netz ist in der Fläche am dichtesten, an der Küste und in einigen Tälern kann ein anderes Netz besser sein. Eine zweite Karte in einem anderen Netz im Handschuhfach ist günstige Versicherung. Ein Router mit zwei SIM-Schächten macht den Wechsel einfach.

Wie gut 5G in den Bundesländern ausgebaut ist, zeigt die Seite Netzabdeckung. Thüringen liegt mit 72,8 Prozent der Haushalte unter den Flächenländern hinten. Abseits der Orte, wo niemand wohnt, ist die Abdeckung meist schwächer als diese Zahlen.

Unterwegs im Ausland

In der EU gilt dein Volumen wie zuhause. Das macht die Reise nach Italien oder Kroatien einfach. Zwei Grenzen gibt es. Bei Tarifen mit sehr viel Volumen für wenig Geld darf der Anbieter das Roaming-Volumen begrenzen. Und wer monatelang fast nur im Ausland surft, riskiert Aufschläge. Für den Sommerurlaub spielt das keine Rolle, für ein Winterhalbjahr in Portugal schon. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber EU-Roaming.

Die Schweiz und Norwegen liegen oft auf der Route. Norwegen gehört zum EWR und damit zur Roaming-Regel, die Schweiz nicht. Schalte vor der Schweizer Grenze das Daten-Roaming ab, wenn dein Tarif sie nicht einschließt.

Strom sparen

Ein Router zieht dauerhaft Strom, im Wohnmobil zählt jedes Watt. Schalte ihn nachts ab oder lass ihn über eine Zeitschaltung laufen. Router für 12 Volt sparen die Verluste des Wechselrichters. Und ein Handy als Hotspot für die halbe Stunde Wetterbericht am Morgen braucht weniger als der Router, der dafür extra hochfährt.

Die Ausrüstung für eine Saison

Für die meisten reicht: ein Router mit Antennenbuchsen, eine Rundstrahl-Antenne auf dem Dach, eine Prepaid-Karte im Netz mit der besten Abdeckung auf deinen Routen und eine zweite Karte in einem anderen Netz als Reserve. Den Tarif wählst du nach Volumen und Laufzeit aus der Liste Prepaid-Datentarife oder monatlich kündbar.

Häufige Fragen

Kann ich im Wohnmobil einen normalen LTE-Router nutzen?

Ja, über einen Wechselrichter oder mit einem Router, der direkt an 12 Volt läuft. Router für den Fahrzeugeinbau sind robuster und sparsamer, aber nicht nötig.

Welches Netz ist für Camping am besten?

In abgelegenen Gegenden meist das Telekom-Netz, weil es in der Fläche am dichtesten ist. An der Küste und in den Bergen kann ein anderes Netz vorn liegen. Eine Prepaid-Karte als zweites Netz im Handschuhfach hilft.