Mobiles Internet statt DSL
Für manche ist es die bessere Leitung, für andere ein teurer Umweg. Woran du erkennst, was für dich gilt.
Ein Router mit SIM-Karte statt einer Leitung in der Wand: Das klang vor ein paar Jahren nach Notlösung. Heute ist LTE fast überall verfügbar, 5G an vielen Orten, und für manche Haushalte ist das Mobilfunknetz schlicht die schnellere Verbindung. Für andere bleibt es ein teurer Umweg.
Drei Fälle, in denen es sich lohnt
Die Leitung ist langsam und bleibt es. Auf dem Land hängen viele Häuser an DSL über lange Kupferstrecken. Bundesweit bekommt rund 13 Prozent der Haushalte über keine einzelne Leitungsart 50 MBit/s, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 30,4 Prozent. Die Netzabdeckung je Bundesland zeigt die Zahlen.
Du wohnst nur auf Zeit an einem Ort. Ein Festnetzvertrag läuft meist 24 Monate, und bis der Anschluss geschaltet ist, vergehen oft Wochen. Ein Router mit monatlich kündbarem Tarif ist am Tag der Lieferung online und zieht mit um.
Der Anschluss kommt später. Wer auf Glasfaser wartet oder zwischen zwei Verträgen steht, überbrückt die Zeit mobil.
Wann es sich nicht lohnt
Liegt an deiner Adresse eine gute Kabel- oder Glasfaserleitung, ist sie fast immer günstiger je MBit/s und stabiler am Abend. Das gilt besonders für große Haushalte, die abends parallel streamen. Und für alle, die kurze Reaktionszeiten brauchen, etwa für schnelle Online-Spiele.
Was es kostet
Im Vergleich stehen 11 Router-Tarife mit Gerät, der günstigste bei 22,21 € im Monat über 24 Monate. Dazu kommen 31 Datentarife ab 100 GB, die du in einen eigenen Router stecken kannst. Als Maßstab dient der günstigste bundesweit buchbare Festnetztarif je Bandbreite.
| Festnetz ab | günstigster Katalogtarif | im Monat |
|---|---|---|
| 50 MBit/s | eazy (Kabel) | 19,41 € |
| 100 MBit/s | eazy (Kabel) | 23,41 € |
| 250 MBit/s | PYUR (Kabel) | 24,25 € |
| 1.000 MBit/s | M-net (Glasfaser) | 40,31 € |
Ob einer dieser Festnetztarife an deiner Adresse verfügbar ist, kann diese Seite nicht wissen. Sie zeigen nur, wo der Preis liegt, wenn eine gute Leitung da ist. Wo sie fehlt, ist der Preisvergleich zweitrangig. Dann zählt, ob mobil überhaupt genug ankommt.
Router-Tarif oder eigener Router
Router-Tarife kommen mit Gerät und sind für den Dauerbetrieb gebaut. Manche haben Preisstufen, etwa einen günstigen Start und danach einen höheren Preis. Im Vergleich steht deshalb der Schnitt über 24 Monate, mit Anschluss und Versand.
Der eigene Router mit einer großen Datenkarte ist oft günstiger. Du kaufst das Gerät einmal und kannst den Tarif wechseln, wenn ein besseres Angebot kommt. Prüfe aber, ob der Tarif den Betrieb in einem festen Router erlaubt. Die meisten tun es, einzelne Handytarife schließen es aus.
Das Volumen
Ein Haushalt am Router verbraucht mehr als ein Handy. Zwei Stunden HD-Video am Abend ergeben schon rund 150 GB im Monat, Updates und Videocalls kommen dazu. Unter 100 GB wird es für einen Router fast immer eng. Mit Kindern oder einem Fernseher, der in 4K streamt, brauchst du eine unbegrenzte Flat. Wie viel ihr wirklich braucht, rechnet der GB-Rechner aus.
Unbegrenzt heißt bei Datentarifen oft: mit gedeckeltem Tempo oder in Tagesportionen. Der Ratgeber Unbegrenzt oder Unlimited on Demand erklärt den Unterschied.
Telefon und Fernsehen
Mit dem Festnetzanschluss fallen oft zwei Dinge weg, an die man zuerst nicht denkt. Das Festnetztelefon: Ein mobiler Router hat nicht immer einen Anschluss dafür, und nicht jeder Tarif erlaubt Telefonie über den Router. Viele Haushalte telefonieren ohnehin nur noch mit dem Handy, dann ist das kein Verlust.
Und das Fernsehen über die Leitung. IPTV-Angebote der Festnetzanbieter laufen über einen Router mit SIM-Karte in der Regel nicht. Streaming-Apps dagegen schon, sie verbrauchen aber Volumen. Ein Abend Fernsehen in HD ist schnell ein Dutzend Gigabyte, und das spricht noch einmal mehr für eine unbegrenzte Flat.
Erst testen, dann unterschreiben
Der Empfang an deiner Adresse ist das, was zählt, und den kennt keine Karte genau. Leg dir eine Prepaid-Karte oder einen monatlich kündbaren Tarif im Netz deiner Wahl zu und stell den Router eine Woche lang an verschiedene Fenster. Miss das Tempo abends zwischen 20 und 22 Uhr, wenn die Funkzelle am vollsten ist. Erst wenn die Werte dann reichen, lohnt ein Vertrag über zwei Jahre.
Wenn das Netz auf dem Papier da ist, im Haus aber nicht, hilft oft ein besserer Standort oder eine Außenantenne. Beides steht im Ratgeber Router-Standort und Außenantenne.