Der richtige Platz für den Router
Ein Meter zur Seite, ein Stockwerk höher: Beim LTE-Router macht der Platz oft mehr aus als der Tarif.
Ein LTE- oder 5G-Router empfängt wie ein Handy, nur ohne dass du ihn in der Hand hältst und zum Fenster gehst, wenn es hakt. Wo er steht, bestimmt deshalb mit, was ankommt. Ein besserer Platz bringt oft mehr als ein teurerer Tarif.
Wo der Router hingehört
Ans Fenster, und zwar an das Fenster, das zum nächsten Mast zeigt. Je höher, desto besser: Im Obergeschoss ist das Signal fast immer stärker als im Erdgeschoss, im Keller fast immer schlecht.
Halte Abstand zu Metall. Heizkörper, Regale, Kühlschrank und Spiegel schwächen das Signal. Fenster mit Wärmeschutzverglasung tun es auch, denn die hauchdünne Metallschicht im Glas wirkt wie ein Schirm. Ein gekipptes Fenster kann dann schon helfen.
Und stell ihn nicht in einen Schrank. Das gilt fürs Funknetz nach draußen und fürs WLAN nach drinnen.
Signalwerte lesen statt Balken zählen
Die Balken auf dem Router sind grob. Genauer sind die Werte in seiner Oberfläche, die du im Browser aufrufst. Drei davon sind nützlich.
| Wert | misst | gut | schwach |
|---|---|---|---|
| RSRP | Stärke des Signals | besser als −90 dBm | schlechter als −110 dBm |
| RSRQ | Qualität des Signals | besser als −10 dB | schlechter als −15 dB |
| SINR | Abstand zu Störungen | über 10 dB | unter 0 dB |
Die Werte sind negativ, und näher an null ist besser. Ein RSRP von −85 schlägt eines von −105. Der SINR zeigt, wie sauber das Signal ist. Ein starkes, aber verrauschtes Signal liefert weniger Tempo als ein mittleres, sauberes.
So findest du den Platz: Stell den Router für ein paar Minuten an jedes Fenster, das in Frage kommt, und notier die Werte. Lass ihm dabei Zeit, die Verbindung neu aufzubauen. Den besten Platz behältst du.
Wann eine Außenantenne hilft
Reicht der Empfang drinnen auch am besten Fenster nicht, kommt eine Außenantenne in Frage. Sie sitzt auf dem Dach, am Giebel oder an der Hauswand und bringt das Signal über ein Kabel zum Router.
Sie hilft am meisten, wenn das Signal schwach ist: am Ortsrand, hinter einem Hügel, in einem Haus mit dicken Wänden. Sie hilft wenig, wenn das Signal gut ist und die Funkzelle nur abends voll. Dann ist der Engpass die Zelle und nicht der Empfang.
Für LTE und 5G sind MIMO-Antennen üblich, mit zwei Anschlüssen und zwei Kabeln. Richtantennen bündeln den Empfang in eine Richtung und holen mehr aus einem entfernten Mast. Rundstrahler sind einfacher zu montieren und weniger heikel bei der Ausrichtung.
Was du dafür brauchst
Einen Router mit Antennenbuchsen. Viele fertige Router aus einem Tarifpaket haben keine. Die Buchsen heißen meist SMA oder TS-9, der Adapter muss dazu passen.
Ein kurzes Kabel. Jeder Meter Kabel kostet Signal, besonders bei hohen Frequenzen. Mehr als zehn Meter lohnen selten. Besser ist es oft, den Router selbst nah an die Antenne zu bringen und das WLAN oder ein LAN-Kabel ins Haus zu führen.
Die Frequenzen. Die Antenne sollte die Bänder abdecken, die dein Netz vor Ort nutzt. Auf dem Land ist das oft der Bereich um 800 MHz, für schnelles 5G der um 3,6 GHz.
Ausrichten
Bei einer Richtantenne entscheidet die Richtung. Die Lage der Masten in deiner Umgebung findest du in den Karten der Bundesnetzagentur. Richte die Antenne grob aus, dreh sie dann in kleinen Schritten und beobachte RSRP und SINR in der Router-Oberfläche. Lass nach jedem Schritt eine Minute vergehen.
Manchmal ist nicht der nächste Mast der beste, sondern einer, zu dem freie Sicht besteht. Probier beide.
Wenn es trotzdem nicht reicht
Dann liegt es meist am Netz, nicht am Gerät. Teste ein anderes Netz mit einer Prepaid-Karte, denn die drei Netze haben an vielen Orten unterschiedliche Masten. Ein Netz, das in der Stadt schwächer ist, kann in deinem Tal das beste sein. Die Netzseiten zeigen die Tarife je Netz, die Netzabdeckung die Lage je Bundesland.